Gerade hatten die Produktentwickler und -hersteller erst ein einigermaßen klares Bild davon bekommen, wie die neue Büro-Arbeitswelt, die „New Work Ära“ ausschaut, da wandeln sich diese lebendigen, farbenfrohen und kommunikativen Orte plötzlich zu Geisterbüros, menschenleer und stumm. Tausende Büros mit hunderten von Quadratmetern ungenutzter Fläche. Stattdessen werden wir von jetzt auf gleich ins Home-Office verbannt, ein alternativer Arbeitsort, den man sich zuvor erst über viele mühsame und vertrauenschaffende Arbeitsjahre hat erarbeiten müssen.

Home-Office – Symbol der Freiheit oder Gefängnis in den eigenen vier Wänden?

Home-Office, vorher ein Symbol der Freiheit und der selbstbestimmten Arbeitsweise, jetzt ein Gefängnis bestehend aus den eigenen vier Wänden? So dauerhaft nah waren sich Arbeit und Privatleben wohl noch nie zuvor – von der Balance ganz zu schweigen. Aber haben viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber, auch in der Büromöbelbranche selber, eventuell erst jetzt eine Ahnung davon bekommen, was Arbeiten im Home-Office eigentlich bedeuten kann und was hier Digitalisierung mit Effizienz zu tun hat? Es gab schon vorher viele Gründe „Home-Office zu machen“, die Relevanz und Akzeptanz steigt derzeit aber exponentiell. Wir gewöhnen uns gerade daran, dass das, was zuvor als selbstverständlicher oder unverzichtbarer „Arbeitsrahmen“ galt, eventuell in naher Zukunft nicht mehr existiert oder sich ins Gegenteil verkehrt. Not macht erfinderisch und so kann man sicherlich als einen positiven Effekt der aktuellen Krise die Bereitschaft sehen, Neues auszuprobieren und Gewohntes in Frage zu stellen oder es gleich anders zu machen.

Quelle: www.unsplash.com
Detail aus Case-Study: OKA Places für OKA Büromöbel

Kommunikative Zonen

Wie und wo werden wir also zukünftig arbeiten und miteinander kommunizieren? Auf jeden Fall viel virtueller und noch informeller als zuvor. Die Tür zum eigenen Schlafzimmer, in dem raumgezwungen der Schreibtisch steht, haben wir bereits vielerorts digital geöffnet. Seriös weicht authentisch. Vielleicht wäre aber ein Trennmöbel zwischen Privatraum und Arbeitsplatz doch sinnvoll? Oder wollen wir eigentlich nicht auch gerne repräsentieren, welchen Home-Office Status wir haben und in welchem „Umfeld“ wir zuhause arbeiten? Empfangen wir sogar bald ganz selbstverständlich Kollegen im eigenen Home-Office oder Kunden? Wie sieht aber der Home-Office taugliche Arbeitsplatz idealerweise aus? Wer stattet die neuen Home-Offices zukünftig aus, wer entscheidet und wo wird verkauft und wie findet der Kunde das richtige Produkt? Brauchen wir den Fachhandel noch? Wo sind die relevanten Touchpoints? Wie erreichen wir auch die Kundschaft, die mit dem Wandel weiter boomen wird, in Form von projektbezogenen Arbeitsräumen innerhalb der Coworking Spaces und Hoteloffices?

Die Anzahlder Schreibtische steigt!

Die Entscheidungen für Ausstattungen werden kurzfristiger und kleinteiliger. Mietmodelle/ Leasing und Baukastensysteme sind Antworten auf individuelle Bedürfnisse. Der Arbeitsplatz, das Möbel an sich ist kein langfristiger Investitionswert mehr. Die stationäre Beständigkeit weicht der Agilität und Flexibilität. Die digitalen Begleiter sind im Fokus und es stellt sich eher die Frage, wie transportiere ich diese Geräte-Peripherie zwischen vielen Arbeitsorten hin- und her? Obwohl man mit Gewissheit sagen kann, dass dezentrales Arbeiten, Desk-Sharing und digitales Nomadentum sich weiter etablieren werden, kann man auch sagen: Die Anzahl der Tische steigt! Denn die momentanen Ad-Hoc-Möbel und provisorischen Behelfstische müssen zwangsläufig ergonomischen, vollwertigen Home-Office-Tischen weichen. Was heißt überhaupt Ergonomie im Home-Office? Wie übertragen wir wertvolle, bestehende Kompetenzen & Know-How auf die neuen Anforderungen? Bei den steigenden virtuellen Begegnungen gewinnen die bisherigen kommunikativen Orte im Büro nochmal mehr an Wichtigkeit, als „echte“, persönliche Begegnungsstätten, wobei sich konzentriertes Arbeiten in die Home-Offices verlagert, Rückzugsort inklusive. Die selbstverursachten Probleme der „Open-Space“-Architektur wären damit auch endlich konsequenter gelöst, als mit dem Revival der Telefonzelle. Raus aus der Sackgasse und die zu festgefahrenen Wege verlassen!

Entwicklung des Raumgliederungssystems "COTTAGE" für Fleischer Büromöbelwerk

Gemeinsam ans Ziel

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