Ambiente 2017 – „Die Emotionen kochen“

– von Andreas Sickert –

Wenn in den letzten Jahren – ich bin tatsächlich nicht der größte Freund dieser Messe – nur von graduellen Unterschieden im Auftritt der Marken und der Präsentation des 178-sten Toasters geprägt war, so war in diesem Jahr doch ein deutlicher Wandel und Aufbruch zu spüren!

Als bekennender Fan des Internet of Things war ich dann doch schnell froh, dass nicht gleich alle Küchengeräte mit mir reden wollten. Was im Bereich der Gebäudesteuerung wirklich sinnvoll ist, hat nach meinem Verständnis in der Küche nur bedingt Berechtigung. Mir jedenfalls reicht es, wenn sich der Geschirrspüler pünktlich zum Tatort lautstark zu Wort meldet.

Nein – in diesem Jahr ging es auf der Messe um ganz andere Dinge. Und diese haben mich wirklich begeistert. Auf beeindruckende Weise haben sich die Marken mit Gespür und Emotion dem gedeckten Tisch verschrieben. Ich fühlte mich als Gast und habe das Gefühl nun endlich mit allen Sinnen genießen zu dürfen. Die Sterilität des weißen Tellers ist der Natürlichkeit und dem Spiel mit den Materialien gewichen. Es geht nicht mehr um die Perfektion des einzelnen Produkts. Es waren die stimmigen Gesamtbilder. Handwerklichkeit, Entstehungsprozess sowie Stil und Design sind die Argumente im Jahr 2017. Die Tischkultur unterstreicht das Bekenntnis zur neuen Kultur des Einrichtens.

Die Brands sprechen dabei deutlich breitere Zielgruppen an. Es fühlte sich fast nach der „Demokratisierung“ der Tisch- und Gastronomiekultur an. Selbst weniger schillernde Marken greifen heute (und das völlig berechtigt) zu den Sternen. Und auf der anderen Seite gehört die BoneChina-Pommespappe mit der richtigen Bodenmarke selbstverständlich ins Sortiment!

Bei aller Begeisterung fühlte sich das Bild über die verschiedenen Messehallen jedoch weitgehend einheitlich an. Es bleibt abzuwarten, welche „Zutaten“ für kommende Entwicklungen genutzt werden, um den Geschmack dann auch einzigartig und wiedererkennbar zu gestalten.

So wünsche ich mir für 2018 etwas mehr Orientierung, Klarheit und Aussage im Bild der Marken.